Wie spielt man D&D

Du hast also von D&D gehört und fragst dich: „Wie funktioniert das Spiel?“
Im ersten Punkt gehe ich auf das grundlegende „Wie“ ein.
Darauf ziehe ich das „Wie“ ein bisschen weiter und betrachte mit dir verschiedene Möglichkeiten das Spiel zu spielen. -Am Tisch, digital, mit oder ohne Figuren.


Für alle Fragen rund um die Themen: „Was ist das?“ und „Was brauche ich dafür?“
Habe ich dir hier nochmal entsprechende Links zu den entsprechenden Beiträgen bereitgestellt.
Was ist D&D?
Was brauche ich für D&D


Da gibt es im Wesentlichen drei Punkte:

1. Das grundlegende Spielprinzip

2. Am Tisch oder via Computer?

3. Theatre of the Mind oder TTRPG?

3.1 Ein Wort zu VTT

1. Das grundlegende Spielprinzip

Also zusammengefasst funktioniert ein Zug, außerhalb des Kampfes, folgendermaßen:

  1. DM: beschreibt Situation
  2. Spieler: beschreibt Aktion, Reaktion oder Interaktion (auch unabhängig von Reihenfolge)
  3. DM: entscheidet, ob jeweilige Handlung einen Attributswurf erforderlich macht und legt die Konsequenzen dar.
    1. Evtl. reagieren auch Mitspieler auf die Interaktion anderer Spieler

DM: Während ihr durch die feuchten, modrig riechenden Gänge schleicht, hört ihr immer wieder tropfende Geräusche. Es scheint so, als ob ihr euch unter einem See befindet. Unvermittelt taucht rechts von euch eine verwitterte, mit Eisenbändern beschlagene Tür.
Spieler 1: Ich öffne sie!
Spieler 2: Ist das so eine gute … ?
S1: Zu spät!
S2: *schlägt die Hände über dem Kopf zusammen*
DM: Die gute Nachricht: Die Tür ist unverschlossen. Die schlechte: Als du die Tür aufziehst, spürst du, ganz kurz einen leichten Widerstand, der plötzlich verschwindet. Noch bevor du reagieren kannst, hört ihr beide ein lautes Fauchen, als euch eine massive Flammenwand entgegenschlägt.
>Ich brauche von euch beiden einen Geschicklichkeits-Rettungswurf um zu sehen, ob ihr rechtzeitig ausweichen könnt!
[…]

-ausgedachtes Beispiel-

Der DM beischreibt eine Situation, die Spieler reagieren und bekommen die Konsequenzen beschrieben und ein Würfel-Check wird festgelegt um den Ausgang zu bestimmen. So einfach geht das.
Das wiederholt sich im Grunde die ganze Zeit.
Vielleicht denkst du jetzt: „Gäähn… wie langweilig! Ich hätte mehr erwartet.“
Du hast recht!
Dungeons and Dragons hätte sich nicht knapp 50 Jahre am Markt gehalten, wäre es so langweilig, wie es auf dem ersten Blick scheint.


Nicht ohne Grund gibt es ganze:

  • 3 Regelbücher, mit insgesamt ca. 980 Seiten, die das Hauptregelwerk bilden
  • 5 (ab Mai 2022, 6) Regelerweiterungen (Optionen und Alternativen), welche nochmal um die 1.000 Seiten ergeben
  • 8 Kampangnenleitfäden (Beschreibungen und Abenteuer in verschiedenen Welten)
  • 17 eigenständige, spielfertige, Abenteuer

Anm: Von den oben genannten Büchern sind noch nicht alle in deutsch erhältlich. Die Zahlen beziehen sich auf die im englischen erhältlichen Titel. Die Anzahl der Erscheinungen ist vom Stand Feb. 2022 und kann sich daher zu einem späteren Zeitpunkt verändert haben.


Diese (ultra leichten) drei, eingangs erwähnten, Schritte machen das Spielgefühl intuitv und führen dazu, dass praktisch ein Gespräch entsteht.
Aus diesem Gespräch entwickelt sich schlussendlich eine riesige Geschichte.

Es geht bei D&D aber nicht darum geht, eine Geschichte zu erzählen, sondern gemeinsam eine Geschichte zu entwickeln.
Die Spieler sind die Hauptfiguren dieses Spiels. Sie entscheiden wo es langgeht.
Nicht selten führen die Entscheidungen der Spieler und die Würfelergebnisse zu einem unvorhergesehenen Fortgang der Geschichte. Es liegt dann am Spielleiter, die Geschichte in die entsprechende Richtung weiter zu entwickeln.

Beispielsweise hat einer meiner Spieler ständig versucht den fliehenden Dieb, mit Hechtsprüngen, zu Boden zu tackeln. Leider hat er richtig mies gewürfelt und seinen Level 1 Charakter, allein durch den wiederholten Fallschaden, fast getötet.

Häufig braucht es dazu tatsächlich viel Fantasie und Improvisationsgeschick. Denn erfahrungsgemäß schaffen die Spieler es immer einen zu überraschen.

DM: Ihr sitzt in einer gut gefüllten Taverne. Es ist richtige Feierabendstimmung. Es riecht nach Kaminfeuer, saftigem Braten und Bier. Die Bauern von den umliegenden Höfen genießen ihr abendlichen Humpen und auf einer kleinen Bühne singt ein Barde Lieder aus der weiten Welt und erzählt Witze. Nach einem besonders schmutzigen Lied ruft ein Bauer vom Nachbarstisch einen dummen Spruch und der Tisch lacht….
Nur die Menschen nicht.
Spielerin: Hä?
DM: Der lachende Tisch stellt sich auf die Hinterbeine. Bierkrüge und Teller krachen scheppern auf den Boden. Auf der Unterseite der Tischplatte befindet sich ein riesiges Maul, mit rasiermesserscharfen Zähnen. Zwei Handteller große schwarze Augen schillern im Schein der Kerzenleuchter. Das Wesen kichert noch immer, während es sich auf die schreckensbleichen Bauern stürzt! Was tut ihr?
Spielerin: Uns egal, wir machen ’nen Abgang!

DM: Euer Ernst??!!

Ist jetzt nicht unbedingt das heroischste, was die Spieler tun könnten, aber diese beiden realen Beispiele (aus meinen Gruppen) zeigen, wie groß der Einfluss der Spieler auf die Geschichte des DMs ist. Sie haben im Grunde komplette Freiheit nach ihrem Willen mit der Welt des DMs zu interagieren – sofern vorab nichts anderes vereinbart wurde (-Das betrifft sogenannte Tisch- oder Hausregeln). Die Gruppe aus dem letzten Beispiel hat sich später auch auf die Seite des Bösewichts geschlagen, weil sie seinen Plan „cool“ fanden… Das hat mich persönlich ziemlich herausgefordert, weil ich die Geschichte während des Spiels fast komplett neu erfinden musste. Aber dafür liebe ich das Spiel.

Es geht bei D&D nicht darum geht, eine Geschichte zu erzählen, sondern gemeinsam eine Geschichte zu entwickeln.

Ablauf während eines Kampfes:

Während eines Kampfes ist der grundlegende Ablauf immer gleich, wie der au´ßerhalb des Kampfes.
Du weißt schon: >DM erläutert Situation, >Spieler beschreibt Aktion oder Interaktion, >DM bestimmt den Würfelwurf und die Konsequenzen daraus.
Doch sind die Aktionen etwas anders. Natürlich kann man auch, wenn man nicht kämpft mal einem anderen Spieler-Charakter eine reinhauen. Und auch während eines Kampfes ist es (theoretisch) möglich Schlösser zu knacken.
Doch die Mechanik im Kampfgeschehen ist, um den Überblick zu behalten, etwas strukturierter. Die Aktionen deines Charakters sind umfangreicher.

Beginnt eine spannende Kampfhandlung oder eine epische Verfolgungsjagd, wird zunächst die Reihenfolge per Würfelwurf festgelegt, die sogenannte Initiativreihenfolge (W20 + Geschicklichkeits-Modifikator).
Anschließend läuft es wie oben beschrieben ab.
Spielmechanisch betrachtet entspricht eine Aktion deines Charakters 6 Sekunden der in-Game-Zeit. Sie gliedert sich grob in Aktion, Bonusaktion (sofern vorhanden) und Bewegung. Die Reihenfolge ist dabei nicht festgelegt.
In deiner Aktion kannst du folgendes tun:

  • Dich bewegen (nach der Bewegungsrate deines Charakters)
  • Angreifen
  • Zauber wirken
  • Einen Gegenstand benutzen
  • Helfen
  • Einen Monolog halten 😉
  • Etwas vorbereiten

So könnte der Drachengeborene-Mönch „Donaar“ sich drei Meter auf den Halbork-Soldaten zubewegen, ihn als Angriff eine schmerzhafte kostprobe feinster Kampfkunst genießen lassen und sich schließlich weiter, in den Rücken des Gegners bewegen. So kann ein anderes Mitglied der Gruppe flankieren und hat somit einen Vorteil.

-ausgedachtes Beispiel. Donaar ist aber trotzdem mein liebster (nie genutzter) Charakter-

Du kannst auch Aktionen im Kampf improvisieren. Zum beispiel versuchen herauszufinden wo der Ursprung dieses nervigen antimagischen Feldes ist, das verhindert, dass euer Kleriker euch heilen kann.
Das ist keine klar vordefinierte Aktion, wie z.B. ein Angriff oder Zauber wirken. Aber trotzdem ist es etwas, dass du in einem Kampf tun kannst. Die Grenzen liegen in der Fantasie, deinen Modifikatoren und natürlich bei deinem SL.
Im Zweifel, redet miteinander und ihr werdet schon einen Weg finden um diesen Kampf episch werden zu lassen.

2. Am Tisch oder via Computer?

In den letzten Jahren wurde diese Frage immer wichtiger. Normalerweise ist Dungeons and Dragons ein Spiel, das dazu erdacht wurde, dass man es mit Freunden gemeinsam im Wohnzimmer oder am Esstisch spielt. Durch die zunehmende Digitalisierung und dem neuen… nennen wir es „Trend“, mehr Zeit zu Hause zu verbringen, hat sich auch die Spielkultur weiter entwickelt.
D&D wird mehr denn je auch digital gespielt. So kannst du jederzeit, mit Freunden und Fremden von überall auf der Welt, Drachen jagen und Königreiche retten (oder auch nicht…).
Die Frage, ob ihr gemeinsam am Tisch oder via Bildschirm Dungeons plündern geht, ist also mittlerweile eine Sache der persönlichen Vorliebe geworden.

Wenn ich es mit meiner regelmäßigen Gruppe nicht schaffe, dass wir uns im Realen treffen, nutzen wir Zoom. Wir genießen aktuell den Vorteil, dass einer der Spieler einen Premiumzugang besitzt. Wenn er nicht kann, loggen wir uns einfach, nach Ablauf der 45 Gratisminuten, immer wieder neu ein.
Discord ist ein bekanntes Kommunikations-Tool, welches es auch als App für dein Mobilgerät gibt. Es ermöglicht, dass ihr in eigenen Chats und Gruppen sog. „Channels“ Chatten, aber auch Audio- und / oder Videoanrufe tätigen könnt.
Unsere Gruppe hat sich, nach einer Testphase, allerdings dagegen entschieden, weil die Audio- und Videofunktion doch nur sehr stockend läuft. -Unabhängig von der Qualität des Internetanschlusses.

3. Theatre of the Mind oder TTRPG

Kurze Worterklärung:
„Theatre of the Mind“ bedeutet wörtlich aus dem englischen übersetzt „Theater des Geistes/Verstandes“ und bedeutet so viel wie: „Die Vorstellungskraft benutzen“. Bei Dungeons and Dragons bedeutet es, sich zum einen Situationen, Umstände, Räume und Gegenden zu verbildlichen; zum anderen, dass man selbst eine vollkommen andere Person ist und als solche handelt.
Hier gehe ich primär auf die Methode ein, Dinge Visuell darzustellen.

„TTRPG“ steht für „Tabletop RolePlaying Game“ also ein Rollenspiel, welches man an und auf dem Tisch mit Spielbrett, Figuren und evtl. auch Miniaturen spielt. Man schlüpft in eine Rolle und führt, in dieser Rolle seine Spielzüge aus. D&D gehört klassischerweise ebenfalls in diese Kategorie. Doch braucht man, um Dungeons and Dragons zu spielen, nicht zwingend einen Tisch.

Wichtig zu erwähnen ist, dass …

Photo by Kyle Head on Unsplash

Theatre of the Mind
die simpelste und gleichzeitig schwerste Form ist, wenn der Dungeon Master sich der Vorstellungskraft der Gruppe bedient. Die „simpelste“ Form deshalb, weil es hierzu keinerlei zusätzlicher Materialien (außer den obligatorischen, wie Kopf, Fantasie, Papier, Stift und Würfel) bedarf. Somit ist es praktisch immer und überall spielbar. Die „schwerste“ Variante ist es gleichzeitig aus dem Grund, dass es abgesehen von evtl. einer Skizze keine visuellen Hilfsmittel gibt.
Der DM muss also alles sehr genau beschreiben. Je nach Vorstellungskraft der Gruppe kann das auch sehr schwer sein. Gibt es bspw. Individuen in der Gruppe oder ist es sogar der SL selbst, die es schwerer haben sich Räume, Landschaften und Situationen imaginär vorzustellen, kann diese Methode sehr viel Frust für den DM und die Gruppe bedeuten. Die Vorstellungskraft der Mitspieler anzuregen bedarf darüber hinaus auch mindestens einen Haufen Mut von Seiten des Spielleiters, sich zu öffnen und zu trauen Situationen farbenfroh und mit Leidenschaft zu beschreiben und Nichtspieler-Charakteren eine Stimme und Charakter zu geben. Es macht andererseits aber auch sehr viel Spaß gemeinsam mit der Gruppe darin zu wachsen.

TTRPG-Methode
Diese Methode beinhaltet natürlich auch Theatre of the Mind. Doch es unterstützt die Vorstellungskraft. Im Grunde ist es ähnlich, wie ein Buch zu lesen und sich anschließend den entsprechenden Film dazu anzusehen. Unabhängig davon, ob man das jetzt gut oder schlecht findet, kann es hilfreich sein, einen neuen Blick auf die Situation zu bekommen.
Hier reichen die Möglichkeiten von einer handgezeichneten Karte auf Papier, über abwischbare Vinylmatten mit Rastern (siehe Foto), bis hin zu vorgefertigKarten mit Rastern und Bausätzen aller Art, zum darstellen von Landschaften, Gebäuden und Gewölben.
Auf dem Bild ist meine Gruppe gerade damit fertig, eine Burgruine von Goblins zu säubern. Eine Kameradin verschwand allerdings kurz vorher in einem grellen Blitz.
Auf der abwischbaren Vinylmatte habe ich die Ruine mit Folienstift grob aufgezeichnet. Die Spieler können sich so, über die Platzierung der Miniaturen, ihrer Charaktere, den Dungeon und das Kampfgeschehen besser vorstellen.

Der Zwischenweg
Wie alles in der Welt gibt es auch hier kein „Richtig“ oder „Falsch“.
Du als DungeonMaster musst dich auf deinen Geschmack verlassen und mit deinen Spielern im Gespräch bleiben und euren Kompromiss finden.
Ich nutze „Theatre of the Mind“ so viel es geht. Bei komplexeren Umgebungen, in denen die Charaktere einige Zeit verbringen werden, nutze ich ausgedruckte Karten in DIN A4 oder meine Vinylmatte und Figuren.



3. 1 Ein Wort zu VTT

Eine dritte Alternative – oder vielleicht ein „zweiter Zwischenweg“ – bietet sich mit virituellen Tabletop (VTT) – Angeboten.
Solche können z.B. sein

Diese drei oberen gehören bisweilen zu den bekanntesten und am häufigsten benutzten. Das wird bei einer einfachen Suche, wie auch beim tieferen Blog-Lesen schnell klar.

Was ist eigentlich ein VTT
Als Viritual Tabletop ist eine Plattform (Roll20) oder eine Anwendung (Foundry VTT), die es ermöglicht gemeinsam an einem virtuellen Tisch zusammen zu kommen und über den Display Karten der Umgebungen und Dungeons einzusehen. Darüber hinaus können Spieler auch Tokens ihrer Figuren selbst bewegen, digital würfeln uvm.

Roll20 ist so ziemlich der Platzhirsch in dem ganzen Angebot. Sie haben ein kostenloses Angebot um einfach mal loszuspielen. Es gibt aber auch eine monatliche und jährliche Zahloption, über die man ziemlich coole Features freischalten kann. Regelpakete, Charakter- und Klassenoptionen muss man allerdings trotzdem zusätlich dazu kaufen. Audio- und Videotelefonat werden auch geboten. Über die Qualität dieser gibt es sowohl positive, als auch negative Stimmen.

Fantasy Grounds wird als ziemlich gute Alternative zu Roll20 genannt, da es mit D&D als Hauptaugenmerk entwickelt wurde. So stellt das Programm automatisch bei der Charaktererstellung alle Rassen- und Klassenspezifische Übungsboni ein.
Auch hier gibt es ein monatliches Abo-Angebot. Allerdings kann man sich auch, gegen eine … gute … Gebühr einen unbefristeten Zugang sichern.
Da Fantasy Ground seit 2004 existiert, kann man es allerdings sogar schon als Veteran der VTT bezeichnen.

Foundry VTT ist das einzige Angebot, welches ein nicht-webbasiertes Programm ist. Es wird über einen Einmalkauf (Stand 02/22, 44€ zzgl. Steuer) erworben, herunter geladen und auf deinem eigenen Computer oder einen von dir organisierten Server gehostet. Es muss erwähnt werden, dass es nur den DM braucht, der das Programm installiert! Alle anderen spielen kostenlos. Das ist ziemlich cool, aber kann am Setup-Ende auch ziemlich herausfordernd sein. Wenn der Computer nicht stark genug oder die Internetverbindung zu schlecht ist kommt da schnell Frust bei allen Spielern auf.

Egal wie ihr euer D&D spielt. Das wichtigste ist immer Spaß zu haben.
Habe ich was vergessen oder fallen euch noch weitere Möglichkeiten ein?
Schreibt es in die Kommentare!

Was ist „Dungeons and Dragons“?

Wizards of the Coast beschreiben das Spiel auf der eigenen Seite folgendermaßen:

„Im Rollenspiel Dungeons & Dragons geht es um Geschichten aus Welten voller Schwerter und Zauberei. Wie bei allen fantastischen Geschichten ist auch bei D&D die Fantasie die treibende Kraft. Stell sie dir vor, die verfallene Burg im Wald, während es dunkel wird, und wie der Fantasy-Abenteurer auf die Herausforderungen reagiert, die ihm dort begegnen. In der Welt der Fantasie gibt es keine Grenzen.“

Wizards of the Coast – Dungeons and Dragons : „Los Geht’s“;12.01.22 >>Zur Seite<<

Zusammengefasst begibst du dich in diesem Spiel gemeinsam mit deinen Freunden auf eine einzigartige Abenteuerreise. Ihr bestimmt über das Schicksal von Welten, legt euch mit übermächtigen Wesen an und werdet zu den berühmtesten (oder berüchtigsten) Helden des Multiversums.
In diesem Beitrag wird es mehr um das „Was ist es“ als um das „Wie geht es“ gehen.
Wenn dich mehr das „Wie“ interessiert, schau doch mal in meinem Beitrag zu „Wie spielt man Dungeons and Dragons“ nach.


Logo „Dungeons and Dragons“

Ich möchte an dieser Stelle kurz darauf hinweisen, dass ich hier kein Geld von Wizards of the Coast oder Hasbro dafür erhalte, hier über das Spiel Dungeons and Dragons zu schreiben! Es ist lediglich eine Leidenschaft, von der ich berichte und hoffe andere damit zu begeistern. : )
Des weiteren verwende ich, der Einfachheit halber, überall die männliche -und damit kürzere- Form (Spielleiter, Spieler, etc.).
Doch damit schließe ich dich, wie auch immer du dich selbst definierst, immer mit ein!
D&D ist immer von Freunden für Freunde. Schön, dass es dich gibt!


Ich will dich natürlich nicht mit zu vielen Details langweilen, deswegen halte ich mich mit dem geschichtlichen Teil bewusst kurz. Ich werde daher nur die groben Stichpunkte nennen.

  • D&D wurde 1974 von Gary Gygax und Dave Arneson zum ersten Mal veröffentlicht.
  • Die heutige Fünfte Edition, genannt „D&D 5E“, erschien 2014.
  • Mittlerweile wird das Spiel -bzw. die Bücher- von Wizards of the Coast vertrieben, zu welchem auch das berühmte Kartenspiel „Magic: The Gathering“ gehört.
  • Wizards of the Coast gehört seinerseits zu Hasbro, die Firma, der wir Spieleklassiker wie „Monopoly“, „Risiko“ oder „Das Spiel des Lebens“ verdanken.

    So viel zum Hintergrund.

Was ist Dungeons and Dragons. Für mich ist es eine Gruppe von Freunden, die sich trifft und gemeinsam eine coole Zeit hat und gemeinsam die verrücktesten, wildesten, spannendsten und tollsten Abenteuer erlebt. Davon lebt das Spiel. Man hat gemeinsam Spaß und erlebt Abenteuer, von denen man sich Jahre später noch gegenseitig erzählt!


Ich ziehe meinen Schwager übrigens heute noch damit auf, dass sein Elf sich bei einer Verfolgungsjagd zu Fuß, beim mehrmaligen Versuch den Bösewicht umzurempeln, beinahe umgebracht hat!!
Zu seiner Verteidigung: Die Würfel waren nicht auf seiner Seite…

Diese Abenteuer finden in den meisten Fällen (aber nicht ausschließlich in einer Fantasiewelt statt. Diese wird vom Spielleiter / Dungeon Master (SL / DM) verbal beschrieben. Alle Gegner und Persönlichkeiten der Welt werden dabei vom DM beschrieben, gesteuert und schauspielerisch ausgespielt. Die Spieler haben dann die Möglichkeit, nach ihrem Ermessen mit ihren Charakteren ebenfalls schauspielerisch, darauf zu reagieren und ihre Handlung zu beschreiben. Ggf. kann der SL auch durch einen Würfelwurf auf einen Fertigkeitswert Erfolg oder Niederlage ermitteln. Dadurch beeinflussen die Spieler den Verlauf der Geschichte, die der Spielleiter sich ausgedacht hat. Seine Herausforderung ist es darauf zu reagieren und die Handlung entsprechend fortzuführen. Ein Beispiel:

Ganz am Anfang unserer Kampagne -aus dem Starter-Set- geht es darum, dass die Spieler einen Handelswagen in eine knapp 70km entfernte Stadt bringen. Ohne etwas zu Spoilern, kann ich sagen, dass sie mitten auf dem Weg dazu gezwungen werden sich zu entscheiden, ob sie etwas nachforschen wollen, oder ob sie ihren ersten Auftrag nachkommen und den Wagen in die Stadt bringen. Ich, als DM, war darauf vorbereitet, dass sie die Nachforschungen anstreben. Doch die Gruppe überraschte mich damit, dass sie einfach weiter zogen. Damit hatte ich nicht gerechnet. Und so musste mich, während des Spiels noch parallel in die, in dem Set vorbereiteten, Orte und Nicht -Spieler-Charaktere (NSC) einlesen.

Meine Aufgabe als DM ist es, den Spielern eine Welt zu präsentieren, mit der sie durch ihre Charaktere frei interagieren können. Ich habe gewisse Handlungsstränge und Optionen vorbereitet. Aber sie schreiben letzten Endes die Geschichte. Ich moderiere nur und zeige auf, wie die Welt sich durch sie verändert. So entsteht etwas wirklich einzigartiges. Etwas, das es auf der ganzen Welt nur einmal gibt.
Wizards of the Coast hat durch diverse Handbücher, Regelerweiterungen und vorbereitete Geschichten Material für Jahrelangen Spielspaß bereit gestellt. Aber du hast auch die Möglichkeit deine eigene Geschichte und Welt zu erschaffen. Selbst dafür gibt es ein Handbuch, das Dungeon Master Handbuch, um dich darin zu unterstützen.
Du kannst Tolkiens „Herr der Ringe“ nachspielen und schauen, ob deine Spieler es schaffen Sauron zu stürzen.
Vielleicht spielt ihr, dass ihr heute gemeinsam an eurem Tisch sitzt und seht einen Kometen vor dem Fenster vorbeiziehen. Ihr stürmt hinaus und findet ihn im Garten. Ein eigenartiges Licht geht davon aus. Ihr könnt nicht widerstehen und berührt ihn. WUSCH! Das Licht hüllt euch ein und plötzlich entdeckt ihr neue Kräfte! Die Regierung bekommt davon Wind und nun werdet ihr im geheimen mit gefährlichen Aufträgen betraut. Eure Eltern dürfen es aber nicht wissen. Was nun?
Deine Fantasie setzt hier die Grenzen deiner Möglichkeiten. Sei es Fantasy, Science Fiction, Horror, Steampunk, Mystery oder Krimi. Schaut was euch gefällt, redet miteinander und los geht es!

Pädagogischer Aspekt

Pen&Paper-typische Würfel
Joe-Mandolado via Unsplash.com

-Disclaimer: Ich bin kein Pädagoge!
Insofern spreche ich hier als Vater und jemand, der seine Beobachtungen im Umgang mit Kindern, Teens, Jugendlichen und den Gesprächen mit anderen Eltern reflektiert hat. Solltest du pädagogisch ausgebildet sein und möchtest deine Erfahrungen mit mir Teilen, lass gerne ein Kommentar da!!-
D&D ist meiner Meinung nach super toll, um seinem eigenen Alltag mal für drei bis ?? Stunden zu entfliehen.
Interessant für Eltern ist, dass Kinder sich durch die vielfältigen Spielmechaniken viel mit Lesen und einfachem Kopfrechnen auseinander setzen. Erfahrungsgemäß passiert das automatisch, sofern generelles Interesse am Spiel beseht. Wird bspw. von einem Charakter angestrebt, eine Tür einzutreten, wird ein Stärke oder Akrobatik-Wurf gefordert. Das bedeutet, dass ein 20-Seitiger Würfel (W20) geworfen (Ergebnis 13) und mit dem Stärke-Modifikator (+2) addiert wird. Also 13+2. Das ergibt 15 und wäre in den meisten Fällen ein Erfolg.
Oder ein Charakter erleidet 16 Schadenspunkte. Dann wird dieser von den vorhandenen Lebenspunkten (z.B. 43) abgezogen ( 43-16= 27).
Das läuft einfach so nebenbei. Und mit vielen bunten Würfeln zu spielen, macht es auch viel attraktiver.
Ich habe auch schon mehrere Spieler erlebt, die keine Bücherratten waren und nach der Anschaffung des Spielerhandbuches sehr viel am Lesen waren.
Des Weiteren schlüpfen die Spieler immer wieder in eine Rolle. So wird ein introvertierter Junge, der sich kaum vor anderen traut zu sprechen, zu Tronk dem Halbork-Barbaren, der in jeder Taverne aufsteht und laut nach einem Kampf verlangt. Das wird am Spieltisch natürlich auch lautstark so gespielt. Und je nachdem auch von den Mitspielern im Spiel, entsprechend der Situation mit johlen oder Stöhnen aufgegriffen. Andere DMs berichten von Spielern, die für ihre Barden-Charaktere Gedichte und Lieder geschrieben und am Tisch vorgetragen haben.
Das setzt natürlich ein gewisses Vertrauen und eine entsprechende Kultur am Spieltisch voraus.
Das schafft eine einzigartige spezielle Atmosphäre, die es einem erlaubt auch mal verrücktes auszuprobieren. Natürlich sollte es Absprachen und Rahmenbedingungen geben. Aber dazu werde ich einen separaten Beitrag zu schreiben.
Wie genial ist es, zu sehen wie Menschen mit verschiedenen sozialen Ängsten oder Einschränkungen durch ihre Charaktere neue Seiten an sich selbst entdecken und entwickeln können?
Das ist Dungeons and Dragons. Und deswegen liebe ich es so.

Was ist D&D für euch? Schreibt es mir gerne in die Kommentare.
Habe ich noch etwas vergessen? Lasst es mich gerne wissen.
Ich freue mich auf euch!


Was braucht man für Dungeons and Dragons?


Ich gebe dir nur einen Überblick was du alles brauchst um mit D&D zu starten.
Ich schreibe das Folgende hauptsächlich für Spielleiter oder solche, die es gerne werden wollen.
Vielleicht bist du aber auch Spieler? Kein Problem, komm und wirf einen Blick hinter den Vorhang!

-Anm.: Ich werde nicht von Wizards of the Coast oder Hasbro für die Bewerbung ihrer Produkte bezahlt.

Vorbereitung

Das Wichtigste ist, dass du ein paar Freunde hast, die Bock drauf haben! -Und Snacks!
Es macht dir das Leben einfacher. Glaub mir.

Vorab:
Man kann D&D komplett kostenlos spielen. Ich versuche zu jedem Punkt auch die kostenlose Alternative aufzuzeigen. Wenn du noch mehr Ideen hast, lass es mich gerne in den Kommentaren wissen!

Materialien:

Charakterblatt

Als Spieler hast du so etwas ähnliches vor dir. Ein Charakterblatt. Das hier habe ich als bearbeitbare PDF im Internet gefunden. Ich weiß leider nicht mehr wo.
Die Angaben sind optisch etwas aufgehübscht, aber insgesamt identisch zu den offiziellen Charakterblättern.
Ich werde nicht detailliert auf alles eingehen, sondern nur einen Überblick geben.
Das Wichtigste sind, in der Kopfzeile, dein Name, Klasse (Beruf) Level, Rasse (Volk), Hintergrund und Gesinnung (bist du gut, böse oder etwas dazwischen).
Links findest du deine Spielwerte. Einfach gesagt drücken diese Zahlen aus, wie der Körper und Geist, deines Charakters, gebaut ist. Ist dein Charakter bspw. sehr Muskulös, ist der Stärkewert höher. Die Modifikatoren (+/- Zahlen) wirken sich dabei entsprechend auf deinen Würfelwurf aus. Felurian hier links, ist z.B. zwar aus einem Adeligen Haus (s. Kopfzeile-Mitte), hält aber nichts von Sitten und Manieren (s. Charisma Links unten). Sie hat stattdessen lieber mit Schwert und Bogen geübt (s. Geschick).
In der Mitte, oben, stehen Übungsbonus, Rüstungsklasse, Geschwindigkeit und darunter deine Waffenwerte.
Darunter stehen Infos über Lebenspunkte (Insgesamt, Temporär, Aktuell), Trefferwürfel und eine Anzeige für Todesrettungswürfe.
In der Mitte siehst du die Auswahl deiner Waffen und Wie viel Schaden sie anrichten.
In der untersten Reihe findest du die Rüstungen, Sprachen und Werkzeuge mit denen du vertraut bist, links; dein Inventar und Geld in der Mitte und eine Auswahl deiner Fähigkeiten auf der rechten Seite.

Das ist die zweite Seite deines Charakterbogens.
hier findest du, in der Kopfzeile, noch einmal den Namen deines Charakters. Rechts davon ist jetzt eine grobe Beschreibung. Kopf-, Haut, Augen und Haarfarbe, Größe, Gewicht und Alter.
In der linken Spalte, ist Platz für ein Bild und Stichpunkte deiner Hintergrundgeschichte. Letzteres ist für den DM immer ganz hilfreich, aber kein Muss.
Im schlimmsten Fall, denkt dein SL sich einfach etwas aus und du musst damit klarkommen.
In der rechten Spalte, oben, geht es noch einmal um deinen Hintergrund. Welche Verbündeten hast du, welcher Organisation hast du vielleicht mal angehört (oder tust es noch?). Das kommt dort hinein.
Je nach Format des Charakterblattes kommen, in den zweiten Kasten der linken Spalte, weitere deiner Fähigkeiten (der Platz reicht spätestens ab Lvl 4 nie im Leben!) oder Charakterzüge.
Dazu gehören Persönlichkeitsmerkmale, Ideale, Bindungen und Makel. (Siehe -Falls vorhanden: Spielleiterhandbuch S. 125 ff.) Auch das ist optional. Du weißt am, wie dein Charakter ist und was als Motivation dient.
In der linken Spalte ganz unten ist noch mehr Platz für deine Schätze. Krüge aus Mithril, Statuetten aus Onyx und das verlorene Königsjuwel finden hier ihren Platz. Und sollte der Platz nicht reichen, gibt es zur Not ja noch Notizbücher.

Die dritte Seite ist nur für Zauberwirker interessant. Also für jene, die von Beruf oder Berufung her als Druiden, Waldläufer, Barden, Paladine, Kleriker, Hexer, Magier oder Zauberer die Welt unsicher machen. -Oder irgendetwas dazwischen…
Details dazu, wie Zauberwirken in D&D funktioniert findest du ebenfalls im Spielerhandbuch. Und ich werde demnächst noch einen Artikel dazu verfassen.
Im Überblick:
Oben in der Kopfzeile steht diesmal nicht dein Name, sondern deine Klasse. Jede Klasse hat nämlich Zugriff auf unterschiedliche Zauber. Es gibt zwar Schnittmengen, aber dennoch auch Unterschiede.
Rechts davon stehen die Werte, welche zum Wirken deiner Zauber -oder zum Verteidigen dagegen- relevant sind.
Jede Klasse verwendet ein anderes Attribut zum Wirken. Waldläufer: Weisheit, Magier: Intelligenz, Barden: Charisma, usw.
Der Zauberrettungswurf gibt an wie schwer es ist, deinem Zauber zu wiederstehen oder ihm auszuweichen. Er setzt sich aus 8 + deinem Übungsbonus (auf S. 1) und deinem Attributsmodifikator zusammen. Bei Felurian hier, sind es 8+2+4 = 14. Also ist das der Wert, den dein DM für dein Ziel mindestens würfeln muss um nicht dein Opfer zu werden.
Als nächstes, also rechts vom Rettungswurf, haben wir den Modifikator für Angriffswürfe. Dieser setzt sich aus deinem Übungsbonus + deinem Attributsmodifikator zusammen und wird auf deinen Angriffswurf (W20 – siehe unten bei den Würfeln) hinzugerechnet.
Die weitere Auflistung sind die „Zaubergrade“ sozusagen die „Level“ deiner Zauber, wenn du so willst. Umso höher der Grad, desto stärker, effektiver oder spektakulärer dein Zauber. Jeder Zauber verbraucht natürlich Energie, deswegen können die meisten Zauber pro Tag / lange Rast auch nur zu einer begrenzten Anzahl gewirkt werden. Diese unterscheidet sich von Klasse zu Klasse und erhöht sich mit deinen Stufenaufstiegen.
Die Ausnahme bildet der Zaubergrad 0 (Null). Dort finden sich deine Zaubertricks. Diese kleinen Alltagshelfer hast du / dein Charakter so verinnerlicht, dass du sie beliebig oft wirken kannst.

Stift und Papier

Klingt banal, gebe ich zu. Aber es ist für dich, sowohl als DM, als auch als Spieler wichtig dir Notizen zu machen.
Als DM ist es deine Aufgabe (und hoffentlich auch dein Anliegen) eine Geschichte zu entwickeln, die dir und deinen Spielern Spaß macht und euch fesselt. Dazu ist es immer mal wieder notwendig zu schauen, was bisher geschah. Wo haben deine Spieler etwas angestellt? War da ein unüberlegter Kommentar, der dir eine Idee für die Zukunft gab? Wurden Überlegungen oder Pläne für die Zukunft geschmiedet, die du im Hinterkopf behalten solltest?

Wo sind deine Spieler vielleicht, vor 15 Treffen, unfreundlich gegenüber einem Lord gewesen? Wäre da jetzt nicht ein passender Zeitpunkt, dass dieser einen Auftragskiller losschickt, um sich für die Schande zu rächen?

Auch als Spieler ist es gut und hilfreich, sich nebenbei Notizen zu machen, die einem helfen den Überblick zu behalten.
Sei es über wichtige Nicht – Spieler- Charaktere (NSCs) denen ihr begegnet seid; Infos über Orte, die wichtig sein könnten; Quests / Aufgaben, die zu erledigen sind und für wen; Eine Äußerung des DM, auf die du später noch zurückkommen möchtest; Einnahmen, Ausgaben oder welchem PC dein Charakter noch Gold schuldet; …
Den größten Vorteil sehe ich als DM darin, dass die Spieler selbst Quellen haben und die Notizen „im Charakter“ nutzen können und nicht auf mich als „Meta-Ressource“ zurückgreifen müssen.

Was hat der DM nochmal gesagt zu welcher Organisation der Bürgermeister von [Name einer Stadt] gehört?

1, besser 2 Würfel Sets (polyedrisch)

Poly-Was?
Keine Angst. Es beißt nicht. Hierbei handelt es sich lediglich um, „vielseitige“, Würfel.
Ein Set besteht normalerweise aus sieben Würfeln. Mit ihnen werden Gewinn und Fehlschlag, Wahrscheinlichkeiten und Schaden ermittelt.
Es gibt diverse kostenlose Wüfel Apps, die es dir ermöglichen, die erforderlichen Würfe digital zu machen.
Meiner Meinung nach perfekt, wenn du checken möchtest, ob Dungeons and Dragons etwas für dich ist, ohne Geld ausgeben zu müssen.
Ich persönlich stehe auf das Gefühl den Würfel rollen zu lassen. Aber das ist Geschmackssache.
Die nötigen Würfel sind (im Vordergrund und von Links nach Rechts):

  • 1x 20 – Seitiger Würfel ( genannt: „W20“)
  • 1x 12 – Seitiger Würfel (genannt: „W12“)
  • 1x W10 (Zehnerschritte 10-100 bzw. 00)
  • 1x W10 (Von 1-10 bzw. 0)
  • 1x W8
  • 1x W6
  • 1x W4
    Das im Bild sind übrigens meine 😉

Empfohlen sind 2 Paar Sets, da es unter anderem passieren kann, dass einer (oder mehrere) deiner Spieler keine Würfel haben. So könnt ihr euch untereinander aushelfen.
Ausserdem kann es (Als DM) sein, dass ein Monster oder Gegner ganz leicht mal 2W6 Schaden verursacht. In dem Fall werden 2 Sechsseitige Würfel geworfen, um den Schaden zu ermitteln.
Ausserdem ist es immer gut viele Würfel zu haben… Und ja… es besteht eine gewisse Suchtgefahr, da Würfel einfach toll sind und genial aussehen, sich toll anhören und man einfach immer mehr will.
– Ich übernehme keine Verantwortung!-

Dungeon Master Screen

Der Vorhang, der deine Geheimnisse vor den neugierigen Augen deiner Mitspieler verbirgt.
Des Weiteren birgt er auf der Rückseite – deiner Seite- viele nützliche Infos und Schnellreferenzen.
Du kannst ihn dir relativ günstig kaufen. Im neuen Starter Kit, ist zum Beispiel auch direkt einer enthalten.
Oder kannst dir selbst einen basteln. Aus Holz oder Pappe zum Beispiel. Dazu gibt es u.a. auf Pinterest sehr coole Ideen. Hier können allenfalls Materialkosten entstehen.
Im Schutz deines Schirms hast du deine Storyline und die entsprechenden Begegnungen vorbereitet vor dir liegen. Du würfelst heimlich aus, wenn Gegner sich versuchen an deine Gruppe anzuschleichen. Oder du hast eine Zufallstabelle mit Begegnungen, auf die du würfelst, wenn deine Gruppe „unartig“ war oder mal wieder zu lange an einem Fleck verharrt. Oder hast du einen Charakter mit langen Fingern in deiner Gruppe? Hab eine Liste mit zufälligen Gegenständen parakt, auf die du spontan würfeln kannst.
Der Platz hinter dem DM – Schirm ist etwas besonderes. Von hier aus werden Schicksalsfäden gewoben, die eine ganzen Welt (oder mehrere) beeinflussen. Der Einfluss reicht sogar bis in unsere Realität. Von hier aus fesselst du deine Freunde an ihre Stühle. Du bringst sie zum lachen, zum weinen, sie schlagen die Hände über den Köpfen zusammen und werden von eurer gemeinsamen Zeit sogar Tag und Nacht träumen.

Eine Version der Regeln

Für einen DM ist es unablässig, sich mit den Regeln auseinander zu setzen. Für die erste Runde, brauchst du noch nicht alle Regeln auswendig zu kennen. Du solltest ein Charakterblatt richtig lesen können, wissen, was Attributswürfe und Modifikatoren sind und wie Angriffe ausgeführt werden. Und du solltest eine Möglichkeit zur Hand haben, wo du Sachen nachschlagen kannst.
Es gibt ein paar Möglichkeiten, sich das Wissen anzueignen.
1. Kannst du ganz leicht im Internet eine kostenlose Zusammenfassung finden. Zum Beispiel hat, vor ein paar Jahren, ein User mit dem Namen „Ikwpeter“ auf dnddeutsch.de eine 17-Seitige Zusammenfassung der Regeln kostenlos zur Verfügung gestellt. Schau es dir mal an.

2. In Verbindung mit einem Starterset von Dungeons and Dragons gibt es immer auch eine Zusammenstellung der wichtigsten Regeln, inklusive. Aktuell gibt es zwei davon auf dem Markt. Der Preis liegt, je nach Anbieter zwischen 20€ und 25€.

Das Set mit dem grünen Drachen (Siehe Bilder) ist das ältere und schlankere.
Es enthält:

  • 1 Einsteiger-Regelheft
  • 1 Heft mit einer Geschichte, die dir und deinen Freunden hilft in das Spiel einzusteigen.
    (Anm: Einer von euch sollte die Regeln zumindest mal gelesen haben!)
  • 6 Würfel
  • 4 vorgefertigte Charakterblätter mit Hintergrundgeschichte, Klassen- und Rassenmerkmalen und Levelaufstiegs-Hinweisen

Das Set mit dem weißen Drachen (Siehe Bilder) ist das neuere und umfangreichere.
Es enthält:

  • 1 DM Screen
  • 1 Einsteiger – Regelheft
  • 1 Heft mit einer Geschichte, die dir und deinen Freunden hilft ins Spiel einzusteigen
  • 11 Würfel
  • 81 Karten mit magischen Gegenständen, Helfern und mehr
  • 6 leere Charakterbögen
  • 1 doppelseitige Poster-Karte der Region, in der die Geschichte spielt

Ihr seht, D&D entwickelt sich weiter. Welches für euch das „bessere“ Set ist, müsst ihr entscheiden. Ich habe mir damals das „Alte“ gekauft und bin bis heute mega glücklich damit. …Obwohl ich zugeben muss, dass ich auf das neue Set neugierig bin.

3. Als letzte Option möchte ich hier die D&D Regelbücher aufzählen. Als letzte deswegen, weil sie am teuersten ist. Das wichtigste, das ich dir als „Must Have“ ans Herz legen möchte ist das „Spielerhandbuch“. Aber es lohnt sich nur für dich, wenn du sicher bist, dass D&D dein Hobby ist. Es kostest immerhin stolze 50€ in der Buch-Version. Es gibt es auch als E-Book und PDF Version zu kaufen und ist damit etwas günstiger.
Solltest du dieses Spiel allerdings als Hobby weiter verfolgen wollen, erwarten dich über 300 Seiten vollgestopft mit allem, was du wissen musst um DM oder Spieler zu sein.

  • Rassen
    • Eine Auswahl der Völker in der Welt von D&D
    • Elfen, Menschen, Halblinge, …
  • Klassen
    • Berufe (Krieger, Waldläufer, Magier, etc.)
    • und Berufungen (Zauberer, Kleriker, Hexer, etc.)
  • Hintergrundgeschichte
    • Wie wurdest dein Charakter zu der Person, die er jetzt ist?
  • Ausrüstungslisten
    • Waffenklassen
    • Waffen kosten und Schadenswürfel
    • Ausrüstungsgegenstände und deren Kosten
  • Regeln zu Reisen
  • Regeln zu Kämpfen
  • Liste mit allen grundlegenden Zaubern für alle magiewirkenden Klassen
  • Und vieles, vieles mehr

Darüber hinaus gibt es noch extra Bücher mit zusätzliche Elementen um noch mehr Optionen zu bieten. Beispielsweise gibt es weitere Rassen: z.B. Tabaxi – also menschenähnliche Katzen, Firbolg – …nicht sicher wie ich das beschreiben soll, und andere. Weitere Klassen, wie Artificer – Eine Art Magie-Ingineur- und Unterklassen, z.B. der Kriegsmagier werden dort als Option vorgestellt.
Es gibt, in diesen Büchern, auch Regel-Erweiterungen und Antworten zu verschiedenen Fragestellungen, die noch mehr Optionen für mehr Realismus in deiner Kampangne bieten. In „Xanathars Ratgeber für Alles“ gibt es z.B. die Option, Konsequenzen für das Schlafen in Rüstung einzuführen. -Was ja echt total unbequem sein muss! Eure armen Charaktere… Schämt euch!
Brauchst du diese Bücher um mit D&D zu starten? Nein. Auf keinen Fall.
Sie sind wie die Sahne auf dem Kakao… Oder die Fair-Trade, lactosefreien Schokoladenstreußel auf deiner Mandelmilch. Ein riesiger Eisbecher von der Firma mit der weiß-Schwarz gefleckten Kuh, vielleicht? -Womit auch immer du glücklich zu machen bist.

Eine (vorbereitete) Geschichte

Leider habe ich -trotz langem Suchen- noch keine kostenlose Alternative zu den Einstiegs-Abenteuern der Starter-Sets gefunden.
Vielleicht hast Du ja eine Idee! Hilf doch den anderen Lesern, indem du einen hilfreichen Kommentar da lässt! Danke dir schonmal.

Das Kern-Element von D&D ist immer die Geschichte, die ihr gemeinsam erlebt und gestaltet.
Gerade für dich als (vielleicht) unerfahrenen DM, mit einer (vielleicht) unerfahrenen Gruppe ist es wichtig, dass euer erstes gemeinsames Abenteuer ein super tolles Erlebnis wird. Das baut, meiner Erfahrung nach, schon einen gewissen Druck hinter dem SL – Schirm auf. Umso wichtiger ist es, dass du entspannt in eure erste Session starten kannst. Denn wenn du Spaß hast, werden deine Spieler auch entspannter und können die Zeit mit dir besser genießen.

Als neuer DM ist es deshalb empfehlenswert, wenn du dir eine vorbereitete Geschichte besorgst.
Du hast eine vorbereitete Geschichte, auf die du dich stüzten kannst. Du setzt dich 15-30 min hin, liest dir alles mal grob durch und überlegts, wie weit du beim ersten Mal gehen willst. Du verstehst die Zusammenhänge und die Begegnungen und das wars.
So musst du nicht viel Arbeit investieren um einfach nur mal auszuprobieren, ob D&D überhaupt etwas für dich ist.

Vorbereitete Geschichten haben den Vorteil, dass du von ihnen lernen kannst, wie man ein Abenteuer erstellt und auf (die meisten) unerwartete Entscheidungen deiner Spieler vorbereitet ist. Ohne zu spoilern kann ich dir da ein konkretes Beispiel aus dem grünen Starter-Set (siehe der Punkt vorher) geben. Es ist zum Beispiel vorbereitet worden, wie bestimmte NSC (Nicht-Spieler-Charaktere) reagieren, wenn die Spieler eine bestimmte Situation nicht aus der Welt geschafft haben.
Das hat mir als Anfänger enorm geholfen, weil ich so etwas zu dem Zeitpunkt nicht bedacht hätte.

Wizards of the Coast haben mittlerweile schon ein kleines Arsenal an Material für Geschichten herausgebracht. Auch auf deutsch.

Das war jetzt ein längerer Beitrag. Ich hoffe du kannst was daraus mitnehmen. Lass mir gerne Anregungen und Fragen in den Kommentaren da.

Über mich


„Hallo Welt!“

So begrüßt mich die erste Überschrift, im Editor, meines Blogs. Spannend, so ein neues Abenteuer.
Mega, dass Du da bist!

Das da links bin ich, Toby. Ehemann, Vater (*2013, *2014 & *2017) und Dungeon Master (kurz „DM“ = Spielleiter) von ein paar Dungeons & Dragons (D&D) Gruppen.

Meine Idee für diesen Blog entstand, als ich mal wieder Material für eine Session gesucht habe. Ich musste feststellen, dass es kaum deutsche Seiten gibt, die grundlegende Infos über D&D liefern.

Natürlich gibt es diverse Youtube Videos, TicTocs oder Vlogs zu dem Thema. -Auch deutschsprachige. Und mit Sicherheit sind diese auch sehr informativ und hilfreich. Das will ich garnicht infrage stellen! Aber ich bin eher der „Text-Typ“. Ich habe mir wirklich etliche Tutorial-Videos von Matthew „Matt“ Mercer angesehen. Er ist ein sehr berühmten Synchronsprecher und DM der D&D Serie „Critical Role“ (1,54 Mio Abonnenten auf Youtube -Stand Jan. ’22). Aber letzten Endes habe ich oft einfach nicht die Zeit mich durch Videos zu klicken um eine bestimmte Info zu einem Thema wieder zu finden. Wenn es dir auch so geht, ist dieser Blog für dich!
Vielleicht bist du auch…
… ein erfahrener DM und suchst Inspiration
… ein Elternteil, dass wissen will wovon zum Geier dein Kind da redet
… ein Spieler, der Fragen hat
… neugierig, weil du irgendwie etwas von Dungeons and Dragons gehört hast und wissen willst was das ist

Deswegen bin ich hier. Genau dafür. Für dich!

Willkommen im DM Café!
Schnapp dir einen Kaffee (oder was du gerne trinkst) und lass uns über Dungeons and Dragons reden!